28.06.2017

HAW Hamburg, Finkenau 35, Ditze Hörsaal

Robert Löbel

macht Animationsfilme

Am 28. Juni 2017 war Robert bei Spezial-Material zu Gast und gab einen Einblick in sein Schaffen.
Dabei erzählte er von seinem Werdegang, dem ersten großen Erfolg mit WIND und was er dadurch
über die Welt der Festivals und Vermarktung lernte. Außerdem hatte er seine beiden gerade erst fertig
gewordenen Filme LINK und ISLAND dabei, die bald auf vielen Festivals laufen werden und von deren
Entstehung wir jetzt schon interessante Hintergründe erfahren konnten.

Robert Löbel ist freier Trickfilmer und Illustrator aus Berlin.
Sein grandioser Abschlussfilm WIND ist nicht nur HAW-Studierenden im Gedächtnis geblieben und
wurde mehrfach international ausgezeichnet.
1984 in Riesa geboren und in Dresden aufgewachsen, studierte Robert Löbel zunächst
Kommunikationsdesign an der Hochschule Wismar.
Nach einem Gastsemester zog es ihn 2007 zu den Illustratoren an die HAW Hamburg, wo er 2013 sein
Diplom machte. Mit seinem Abschlussfilm WIND im Gepäck bereiste er zunächst viele internationale
Animationsfestivals, es folgten Workshop- und Lehraufträge. Seit 2015 realisiert er mit Unterstützung der
Filmförderungsanstalt neue Filmprojekte. So feierten 2017 seine parallel entstandenen Werke LINK und
ISLAND Premiere.
Aktuell lebt er mit seiner kleinen Familie in Berlin und versucht die Finanzierung von eigenen
Independent-Filmen und freiberuflicher kommerzieller Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Im
Kurzfilm wie in der Loop-Animation verbindet Robert Löbel das Spiel mit formalen Prinzipien mit
erzählerischem Feingefühl. Dabei arbeitet er meist digital im klassischen Zeichentrick, mischt und
experimentiert aber auch gerne mit weiteren digitalen und analogen Techniken.

Anfänge
Robert Löbel sprach zunächst über seine von großer Experimentierfreude geprägten Anfänge. Nachdem
er während des Studiums an der Hochschule Wismar viel in Richtung Zeichnung und Animation
ausprobiert hatte, hörte er im 5. Semester von der HAW Hamburg und der Möglichkeit, sich hier im
Bereich Illustration weiterzuentwickeln. Es folgte ein Gastsemester, in dem er auf viele Comiczeichner
traf, die er bewunderte und mit denen er nun zusammenarbeiten konnte. Gerade erst unter Illustratoren
gelandet, kam er direkt mit zum Comic-Salon nach Erlangen, um den dortigen HAW-Stand zu betreuen
– und aktiv an dessen Ausgestaltung mitzuwirken. Ein Zeichenkurs bei Stefano Ricci prägte den Stil
Roberts damaliger Arbeiten. Trotz der Leidenschaft und intensiven Beschäftigung mit dem Medium
Comic blieb es aber letztlich das bewegte Bild, das Robert Löbel fesselte.
In einem Animationskurs bei Almut Schneider traf er auf Max Mörtl, mit dem zusammen er zukünftig
viele gemeinsame Projekte realisieren würde. Im Keller von Max’ Studentenwohnheim begannen die
beiden, mit Stop-Motion-Animation zu experimentieren. Beinahe alles „was so herumlag“ wurde unter
Verwendung der Software DragonFrame zum Leben erweckt. Die so entstandenen Verwandlungen von
Alltagsgegenständen in abstrakte Formen wurden schließlich zu einem Musik-Clip verbunden – Roberts
erstes aufwändigeres Animationsprojekt in Hamburg.
Am Ende des Gastsemesters war der Wunsch gewachsen, ganz an die HAW zu wechseln. Trotz einer
extrem kurzfristigen Entscheidung bestand er die Eignungsprüfung – „Mir fiel ein Stein vom Herzen!“,
sagt Robert rückblickend.
Aus der Zusammenarbeit mit Max Mörtl ergab sich im Anschluss ein weiteres Projekt, ein Trailer für die
Jahresausstellung an der Armgartstraße. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden genutzt und erneut
entstand in Stop-Motion-Technik eine Animation, die mit abstrakten Formen explosionsartig die
verschiedenen kreativen Studienrichtungen der Hochschule repräsentierte.
Es folgte wiederum eine Anfrage des Dockville-Festivals, einen Trailer zu erstellen. Erneut arbeiteten
Löbel und Mörtl zusammen in Stop-Motion-Technik; diesmal vor Ort und vor realer Hafenkulisse, um das
Material anschließend durch Roberts handgezeichnete Animationen zu ergänzen.

Praktika und kommerzielle Arbeit
Hamburg blieb nicht lange Roberts Wohnort. Schon bald zog er weiter nach Berlin, um nach einiger
Zeit der Fernbeziehung wieder an einem Ort mit seiner Freundin zu leben. Im Prenzlauer Berg fand er
neben einer möblierten Wohnung auch schnell einen Praktikumsplatz bei einer Motiondesign-Agentur.
Im Kontrast zu seinem stark experimentell geprägten Studium wurde er hier gefordert, sich schnell nach
den Vorgaben der kommerziell geprägten Agenturwelt zu richten und entsprechende Arbeitsabläufe
und Software zu erlernen. Ein Sprung ins kalte Wasser, der Robert aber in kürzester Zeit wichtige
Berufspraxis vermittelte. Auch wenn er sich bei den kleinen Werbeclips und Teasern für private TV-Sender
bald fragte „Oh Gott, ist das wirklich das was ich in Zukunft machen will?“, ergaben sich auch wertvolle
Zufallsbekanntschaften: Für den Werbespot eines Filzstifte-Herstellers wurde eine Reihe Animations-
Studenten aus Potsdam eingeladen, kleine Sequenzen zu animieren. Über diese lernte Löbel die
Animations-Software TV Paint kennen, mit der er bis heute arbeitet.

Diplomarbeit: WIND
Natürlich hatte Robert Löbel auch seinen Diplom-Film WIND zu Spezial-Material mitgebracht, zu dem er
interessante Hintergründe erläuterte.

Der Film zeigt ein Land und seine Bewohner, deren Leben von einem permanenten starken Wind
geprägt wird. Dabei haben die Menschen so individuelle wie originelle Wege gefunden, sich mit den
Gegebenheiten zu arrangieren. Nach und nach wird deutlich, dass diese schwierige Situation gleichzeitig
erst das Funktionieren des alltäglichen Lebens in WIND ermöglicht und dass die Bewohner dieser Welt
selbst dafür sorgen, dieses System aufrecht zu erhalten.
Robert ging es in seiner Diplomarbeit darum, Charaktere zu thematisieren, die in einem permanenten
Konflikt leben und sich kreativ mit ihrem Umfeld auseinandersetzen müssen. Das ist in WIND zunächst
ganz augenscheinlich der Umgang mit den speziellen Umweltbedingungen. Gleichzeitig möchte Robert
unterschwellig auf politische Systeme verweisen, nach denen man „sein Fähnchen zu richten hat“.
Inspiriert wurde Löbel durch eine Architektur-Vorlesung, die er im Studiengang seiner Freundin
miterlebte und in der es um sogenannte „informelle Siedlungen“ ging. Er hörte von einer Familie, die auf
dem Mittelstreifen einer Autobahn lebt. Oder von einem Markt, der über die Schienen einer Eisenbahn
gebaut ist und dessen Stände vorübergehend hochgeklappt werden, sobald ein Zug kommt. Robert
war fasziniert von den skurrilen Situationen die entstehen, wenn Menschen gezwungen sind, sich mit
ihrer Umgebung zu arrangieren. In diesem Zuge schaute er sich Filme von Regisseuren an, die sich schon
vor ihm mit Konfliktsituationen beschäftigt hatten – so z.B. „Au Bord du Mond / Am Ende der Welt“ von
Konstantin Bronzit, „The Village“ von Marc Baker oder „Die Shadocks“, eine Trickfilmserie aus den 60er
Jahren.
Ein wenig steht die Entstehung von WIND auch im Kontext der damals stattfindenden Occupy-
Demonstrationen. In Robert Löbels WG wurde viel über Politik diskutiert und so keimte der
Grundgedanke, den Konflikt in seiner Diplomarbeit so zu inszenieren, dass jederzeit auch das ganze
System zum Einsturz gebracht werden könnte.
Die Entscheidung für den Wind als Protagonisten war für Löbel dann nunmehr eine logische
Konsequenz, nicht ganz unbeeinflusst durch seinen windigen Studienort Hamburg.
Visuell durchlief die Welt von WIND einen Prozess immer stärkerer Reduktion. Anfangs noch als Dorf,
dann als Metropole voller Gebäude und Fortbewegungsmittel geplant, reduzierte sich die Szenerie
schließlich wieder zu einer kargen, sandigen Ebene, auf der die einzelnen Charaktere, ihr gegen den
Wind gerichteter Gang und natürlich der Wind selbst als Protagonisten stärker in den Vordergrund treten
können.
Für die charakteristische, gegen den Wind gerichtete Gangart der Menschen nahm Robert Löbel
Videoreferenzen von sich selbst auf. „Was ich nicht bedacht hatte: Bei dem starken Wind müssen alle
Figuren mega langsam laufen – ich musste total viele Zwischenbilder zeichnen. Weil sonst nicht viel
passiert, war das irgendwann sehr anstrengend“, erinnert er sich. „Glücklicherweise lief zeitgleich die
Fußball-EM!“ Die Umsetzung der Animation erfolgte schließlich in TV-Paint und das Compositing in After
Effects – beides Programme, die Robert in seiner Praktikumszeit gelernt hatte.
Für das Sounddesign wurde David Kamp gewonnen, dessen erfolgreiche Arbeiten auf Vimeo große
Reichweite hatten. Akribisch fertigte Robert Reinzeichnungen seiner Szenen an, die er David zuschickte.
„Drei Tage später kam seine Zusage und er wollte kein Geld – ich war super happy!“

Festivals, Vermarktung und Filmförderung
WIND wurde ein großer Erfolg auf internationalen Festivals, wodurch Robert Löbel erst lernte, wie
die Welt der Festivals, Vermarktung und Filmförderung überhaupt funktioniert. Anfänglich einfach
auf gut Glück bei verschiedenen Festivals eingereicht, gewann Wind direkt eine Special Mention
beim renommierten ITFS (Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart). Außerdem wurde WIND beim
Trickfilmfestival in Annency, dem weltweit bedeutendsten seiner Art, zum Studentenwettbewerb
angenommen. Die allgemein positive Resonanz generierte wiederum Anfragen weiterer Festivals, die
den Film zeigen wollten. Es folgten zwei Jahre in Roberts Leben, die von Reisen zu Festivals in aller Welt
geprägt waren. WIND gewann immer neue Preise, mal 500 Euro bei kleineren Festivals, mal 3000 Euro bei
größeren. Ein Rausch, wie er selbst sagt.
Damit erlebte Robert auch erstmals die Kehrseite. Er kam durch den Erfolg seines Festival-Debüts
vorerst nicht mehr dazu, an weiteren eigenen Werken zu arbeiten. Konfrontiert mit Fragen nach seinem
nächsten Projekt fühlte er sich unproduktiv, irgendwie abgehoben, woraufhin er sich eine Festival-
Auszeit nahm und vorerst nur kleinere „Brot-Jobs“ machte.
Eine ganz andere unangenehme Erfahrung war der Vorwurf des Plagiats, mit dem Löbel auf Festivals
wie im Internet gelegentlich konfrontiert wurde. Es hieß, sein Film habe starke Ähnlichkeit zum 10 Jahre
älteren „Wind along the coast“ von Ivan Maximov. Auch wenn er selbst Maximov’s Werk erst durch diese
Konfrontation kennenlernte, begegnete ihm diese Aussage in Folge so häufig, dass er diese Situation
in zukünftigen Arbeiten bewusst zu vermeiden suchte. So arbeitete er 2014 zwischenzeitlich an einem
neuen Film mit dem Arbeitstitel „Mindmap“, dessen Protagonist im Gehirn eines Menschen arbeitet. Als
zeitgleich erste Details zu Pixars Produktion „Inside Out“ bekannt wurden, verwarf Robert sein Konzept
nicht zuletzt aufgrund zu großer Parallelen mit dem kommenden Blockbuster.
Neben Bekanntheit und Preisgeldern brachte die Teilnahme an renommierten Festivals auch die
Möglichkeit, bei der Filmförderungsanstalt (ffa) Gelder für zukünftige Produktionen zu beantragen.
Robert Löbel umriss im Vortrag kurz das Förderungssystem, das für Wettbewerbsteilnahmen und
Gewinne Punkte vergibt. Im festgelegten Zeitraum von 2 Jahren sammelte Robert so 70 Punkte, aus
denen sich 50.000 € Fördermittel für neue Filmproduktionen ergaben. Robert über seine damaligen
Finanzierungsplan: „Hm… als Student hab ich da quasi nix für ausgegeben und hab ein Semester
gebraucht – da mach ich daraus doch einfach 2 Filme für 25.00 € – klingt doch super!“ – 1,5 Jahre
Produktionszeit später und um viele Erfahrungen reicher wäre er heute nicht mehr ganz so optimistisch.
Der Sounddesigner sollte diesmal realistisch bezahlt werden und gerne hätte er auch mehr als nur eine
zusätzliche Animatorin angestellt sowie Spezialisten für Hintergrundbilder, zumindest aber eine Stelle für
Organisation und Buchhaltung.
Schließlich ergaben sich aus den Festivalscreenings auch vereinzelte Anfragen von Kurzfilmagenturen
und TV-Sendern, die WIND gerne in den Vertrieb mit aufnehmen wollten. Teils geschah dies auch in
direktem Zusammenhang mit Festivals, die beispielsweise dem Gewinner einen Exklusivvertrag mit ARTE
anbieten. Allerdings ist hierdurch oft ausgeschlossen, den Film gleichzeitig zur Eigenwerbung online
stellen zu können. Robert empfiehlt hier, sorgfältig abzuwägen ob sich der direkte Gewinn aus dem
Vertrieb über Kurzfilmagenturen lohnt oder ob es nicht sinnvoller ist, durch das frei im Netz verfügbare
Werk die eigene Reichweite zu erhöhen und so letzten Endes Jobs zu generieren.

Networking
Während seines Vortrags bei Spezial-Material sprach Robert auch immer wieder über die Wichtigkeit,
Kontakte zu knüpfen und sich durch kleinere Aufträge oder die Teilnahme an Veranstaltungen und
Wettbewerben zu vernetzen. Im Gegensatz zu klassischen Illustrations-Projekten sind Animationsfilme
fast immer Teamarbeit und gerade bei freien Arbeiten mit knappen Fördermitteln ist ein Netzwerk
überlebenswichtig: „Für LINK hab ich jetzt eine Animatorin anstellen können und ganz viele Leute haben
mir nebenbei geholfen – denen hab ich dann immer das Mittagessen bezahlt.“
Neben der Teilnahme an Festivals profitierte Robert oft von Bekanntschaften an gemeinsamen
Arbeitsplätzen. Wichtige Tipps bekam er schon während seines Motiondesign-Praktikums; später mietete
er sich in den Arbeitsräumen des Kollektivs „Talking Animals“ in Berlin ein. „Plötzlich die ganze Zeit von
2D-Animatoren umringt zu sein und auch mal nach Tipps zur FFA-Filmförderung oder Bürokram fragen
zu können, das war schon toll!“, sagt er.
Besonders ging Robert auf „Loop de Loop“ ein, ein Event, das alle zwei Monate einen lockeren
Wettbewerb mit Loop-Animationen zu wechselnden Themen ausruft. Die Ergebnisse werden dann
bei parallel stattfindenden Treffen auf der ganzen Welt präsentiert. „Letztendlich sind die Loops eher
sekundär. Man kann sich natürlich auch austoben, Styles probieren… und alle zwei Monate trifft man
sich: Hey, was hast du denn so gemacht? Und… hast du vielleicht nen Job für mich, weil ich bin schon
wieder pleite …“, beschreibt Robert den freundschaftlichen Charakter der Veranstaltung.

LINK und ISLAND
Obwohl LINK und ISLAND nahezu parallel entstanden, präsentiert Robert Löbel mit seinen beiden
neuen Filmen zwei sehr unterschiedliche Werke. Während LINK deutlich anzumerken ist, mit wieviel
Nachdenklichkeit das Drehbuch entstanden ist, zeigt sich ISLAND ebenso deutlich als von Spontanität
und Spielfreude geprägte Kooperation zwischen Löbel und Max Mörtl.

Link ist ein Film über das Dableiben und Weggehen. Die zwei Protagonisten sind scheinbar untrennbar
über ihre Haare miteinander verbunden. Eine Person ist getrieben von Fernweh und folgt einem
Vogelschwarm in die Berge, ihr Gegenpart ist sesshaft, pflanzt Bäume und baut sich zwischen ihnen
eine Existenz auf. Der wachsende Abstand zwischen dem ungleichen Paar bewirkt, dass sich die
verbindenden Haare immer weiter strecken müssen einen besonderen Einfluss auf die jeweiligen
Situationen entwickeln.

Die Grundidee kam Robert Löbel, als er seine Oma besuchte und damit konfrontiert war, dass er
weggegangen und mehrfach umgezogen war, während sie immer an einem Ort blieb. „Komisch: Man
ist vernetzt, man ist verbunden, man muss da immer wieder zurück, aber irgendwie gehört man nicht
zusammen. Aber wenn irgendwas passiert, dann zieht es dich doch hinterher.“
Daraus entstand der Ansatz, mit tatsächlich physisch vernetzten Figuren zu experimentieren. Erst
waren es Gürtel, später entschied Robert sich für Haare als verbindendes Element. „Das war drastischer,
biologischer. Wenn einer irgendwo hingeht und man wird dann an den Haaren hinterhergezogen, dann
spürt man das sofort.“

Die Charaktere durchliefen eine längere Entwicklung. Löbel war es wichtig, die Figuren auf kein
Geschlecht festzulegen – dies sollte hinter ihren Handlungen zurücktreten. Die Kleidung der Figuren
wurde nach und nach vereinfacht, um bei der Animation mehr Zeit für die Haare als zentrales,
aufwändigstes Element zu haben. Diese hatten ganz unmittelbar Einfluss auf die Erzählstruktur, wie
Löbel erklärt: „Da der eine immer mitgezogen wird, wenn der andere losläuft, muss man ständig neu
anfangen – immer wenn einem eine Aktion für den einen Charakter einfällt, muss der andere auch darauf
reagieren, und ich hab mir dann systematisch Phasen überlegt. (…) Man schaut das so schnell weg, aber
es waren super lange Monate!“
ISLAND hingegen zeigt sich quirlig und bunt. Eine weitere Kooperation zwischen Max Mörtl und Robert
Löbel, der man allem voran die Freude am Machen ansieht, mit der ihre Schöpfer bei der Sache waren.
Wir begegnen einer farbenfrohen Insel voller kurioser Protagonisten, neben zwei „Vögeln“ unter anderem
auch einem Steinhaufen und einem brodelnden Vulkan. Sie alle erzeugen Geräusche, die sich zu einer
Rhythmuscollage ergänzen, sodass aus Island letzten Endes ein Musikclip wird.

Die Bilder entstanden in Stop-Motion-Technik, denen Robert anschließend Zeichentrick-Elemente
hinzufügte. Dabei wurde wie zu HAW-Zeiten kreuz und quer Material eingekauft und verwendet; als
Studio nutze man Roberts ehemalige Wohnung, aus der er zwar schon ausgezogen war, aber für die
ernoch keinen Nachmieter hatte.

Eine wichtige Rolle spielte bei Island das Sounddesign, für das wie schon bei Wind und Link David
Kamp verantwortlich zeichnete. Während im üblichen Arbeitsablauf der Sounddesigner erst in einer
späten Phase dazustößt und den fast fertigen Film vertont, war David bei Island direkt von Anfang an
mit von der Partie. Max und Robert zeigten ihm früh ihre Characterentwürfe, auf die dieser mit ersten
Tonaufnahmen reagierte. Im experimentellen Prozess entstanden so mehrere Themen – visuelle und
akustische – die sich schließlich zum fertigen Film verbanden. Insgesamt, so Löbel, tat es gut, die
verkopfte Arbeitsphase von LINK mit der freien, verspielten Zeit von ISLAND aufzuwiegen.

 

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