20.06.2018

Ditze-Hörsaal, Finkenau 35, HAW Hamburg

Bene Rohlmann

macht Editorial Illustratioon

Der gebürtige Münsteraner studierte von 2007 bis 2012 auch dort Illustration und zog schon 2010 in seine Wahlheimat Berlin. Dort arbeitet er vollzeit als Illustrator. Im Editorial sieht er sich zu Haus,zeichnet und collagiert somit für internationale Kunden aus Zeitung, Magazin und Werbung, wie beispielsweise für die Kolumne »Schön doof« der Süddeutschen Zeitung, die seine Collagen wöchentlich veröffentlichte. Neben seinen Auftragsarbeiten ist Bene regelmäßiger Teilnehmer der Lowbrow Art Ausstellung »Don't Wake Daddy« in der Hamburger Galerie Feinkunst Krüger.

Bei seinen Collagen experimentiert der 33-jährige gerne mit Motiven aus alten Illustrierten. Ihn inspirieren Comics, TV-Cartoons, Werbeplakate von Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts, die amerikanische Mythologie und alte Streichholzschachtelmotive.

Bene Rohlmann wurde 1985 in Münster geboren. Nach dem Illustrationsstudium zog er 2010 nach Berlin. Seitdem blieb er der Hauptstadt treu und lebt dort als freier Illustrator.

Seine Illustrationen sind sehr gefragt im Editorial und Commercial Bereich, aber auch seine Zeichnungen finden immer häufiger den Weg in Galerien und auf den Kunstmarkt. Seine Illustrationen scheinen fast, als wären sie aus einer anderen Zeit, trotz der Aktualität seiner Themen.

Der erste große Durchbruch und somit der Ritterschlag war für ihn die Veröffentlichung in der New York Times. Nach mehrmaliger Kontaktaufnahme zu den Art Direktoren und ehrgeizigem Dranbleiben kam die Zusammenarbeit schließlich zu Stande.

Seit einiger Zeit wird er durch die Agentur Sepia vertreten. Früher hat er aber alles selbst gemacht, unteranderem die Akquise. Dabei hat er die Erfahrung gemacht, wirklich hartnäckig zu bleiben und nicht aufzugeben. Mit der Zeit hat er immer mehr die Scheu verloren abermals nachzufragen um seine Antworten zu bekommen.

Manche Aufträge macht er nicht für das Geld, sondern weil es eine schöne Arbeit ist, er mit dem Kunden in Kontakt bleiben möchte oder um mehr Reichweite zu gewinnen. Darunter fällt unteranderem auch die Arbeitsbeziehung zur New York Times, weil sie ein guter Auftraggeber ist und es Spaß macht. Hier rechtfertigt die Bezahlung leider nicht die Arbeitszeit. Andere Aufträge schaffen die Basis, um Aufträge realisieren zu können, die ihm mehr am Herzen liegen ,aber nicht dementsprechend vergütet sind.

Sein erster lukrativer großer Auftrag war: ‚Mercedes Mixtapes‘. Da stimmte die Kombination aus beidem. Es hat ihm sehr viel Freude gebracht, er hatte die komplette Freiheit in der Gestaltung, eine große Reichweite und es war gut bezahlt.

Es ist sehr stark abhängig vom Auftraggeber, wie viel Freiheit man hat. Oft wird bei Magazinen und Zeitungen, vor allem bei Zeitungen, relativ oft reingeredet und korrigiert. Da es durch mehrere Menschen durchkommen muss und jeder eine verschiedene Ansicht hat. Oft betrachten die Redakteure und die Art Direktoren die Arbeiten unter ganz anderen Gesichtspunkten, als er das tut. Im schlimmsten Falle wird man nur zu dem Werkzeug des Kunden und realisiert andere Visionen und kann sich selbst nicht mehr einbringen, was dann natürlich am wenigsten Freude macht. Das passiert Bene zum Glück eher selten. Mittlerweile findet er Aufträge schöner, wie Skateboard/T-Shirt Designs, Albumcover, Gigposter, da er da total frei ist. Da hat er das Gefühl, er wird für seine Stilistik engagiert. In der Regel werden bei diesen Aufträgen dann nur Kleinigkeiten korrigiert. Hier ist es allerdings so, dass das Budget oft sehr klein ist, vor allem im Musikbereich. Aber oft tauscht er den Mangel an Geld gegen Folgeaufträge und ein gutes Gefühl.

Seine Arbeiten findet man unteranderem auch in Galerien. Beispielsweise bei Feinkunst Krüger und der Affenfaust Galerie Hamburg. Der Einstieg in die Galerien fiel ihm nicht so schwer, da er durch seine Reichweite ihre Aufmerksamkeit auf sich zog und sie ihn einluden. Für diesen Zweck würde er gerne viel mehr freie Arbeiten gestalten und sich mehr Zeit dafür nehmen, das Geld kommt jedoch durch die angewandten Illustrationen rein. Er macht das für den Ausgleich und für eine andere Art der Anerkennung und das Gefühl nicht nur Dienstleister zu sein. Der Einblick in die Kunstwelt zeigte ihm, dass der Trend immer mehr zu analogen Arbeiten zurück geht. Früher hat er mit Bleistift gezeichnet und anschließend digital koloriert. Für Aufträge arbeitet er nur noch digital, da es zeiteffizienter ist. Bei Photoshop ist es für ihn leicht den analogen Look zu simulieren. Mittlerweile haben sich ganz feste Abläufen und Routinen entwickelt, die er nur noch abrufen muss. Er arbeitet nur sehr selten im Skizzenbuch und zeichnet nicht gerne unterwegs. Da er immer einen zu hohen Anspruch an die Zeichnungen im Skizzenbuch entwickelt und es zu zeitintensiv wird. Wenn er Ideen hat, macht er sich Notizen ins Handy oder nutzt ein Notizbuch, welches er immer dabei hat.

Als starke Einflüsse nennt er die Azteken und InkaKultur, Mexikanischen Totenkulten, Kunst von Nord-und Südamerikanischen Uhreinwohnern, Folkart. Dafür geht er gerne in ethnologische Museen oder sammelt Inspiration auf Reisen. Schon als Kind haben ihn die Masken, Statuen, Schnitzereien und Totems aus diesen Kulturen fasziniert. Ganz stetig und langsam sind diese Dinge in seine Arbeiten mit eingeflossen. Die Reise nach Alaska, während der er in Sitka eine Auslandsresidenz machen durfte, hat ihn nachhaltig sehr beeinflusst. Er beschäftigte sich sieben Wochen lang intensiv mit den dortigen Kulturen. Die Ästhetik japanischer Kunst und Schriftzeichen sowie alte Holzschnitte inspirieren ihn auch. Die Faszination entwickelte er, als er ein Auslandssemester in Südkorea verbracht hat und in dieser Zeit auch nach Japan reiste. Nicht nur Kunst und Kultur sondern auch das Essen und der Lebensstill haben ihn sehr beeindruckt und beeinflusst. Reisen ist demnach die größte Inspirationsquelle für ihn. Neue Denkanstöße wurden durch den Tapetenwechsel angeregt und haben ihm sofort Lust aufs Schaffen und Arbeiten gemacht. Auf seinen Social Media Plattformen dokumentiert er auch Work in Progress Eindrücke. Er zeigt den Weg zur fertigen Zeichnung, weil er es spannend und auch hilfreich findet, um auf seinen Social Media Plattformen aktiv zu bleiben. Er arbeitet zwar konstant an Aufträgen, die haben aber immer bestimmte Erscheinungsdaten und man kann sie erst viel später veröffentlichen. Da sind Work in Progress Bilder ein guter Kompromiss. Insta Storys sind allerdings nichts für ihn, weil es ihm keine Freude bringt und er den Nutzen nicht sieht. Er führt außerdem einen Online Shop über den er Drucke, T-Shirts und Sticker verkauft.