13.12.2017

Ditze-Hörsaal, Finkenau 35, HAW Hamburg

Jon Frickey

macht Illustration & Trickfilm

Jon Frickey, geboren 1979 in Stade hat sein Studium an der HAW Hamburg
absolviert und schloss hier mit einem Master in Illustration ab. Danach zog es den
Illustrator und Animator nach Berlin. Dort arbeitete er als Art Director für Scholz &
Friends. Nebenbei schuf er als Freelancer weiterhin Illustrationen und Animationen.
Diese Arbeit brachte ihn später dazu, sich ganz für das freiberufliche Leben als
Illustrator und Animator zu entscheiden...

Jon Frickey, geboren 1979 in Stade hat sein Studium an der HAW Hamburg
absolviert und schloss hier mit einem Master in Illustration ab. Danach zog es den
Illustrator und Animator nach Berlin. Dort arbeitete er als Art Director für Scholz &
Friends. Nebenbei schuf er als Freelancer weiterhin Illustrationen und Animationen.
Diese Arbeit brachte ihn später dazu, sich ganz für das freiberufliche Leben als
Illustrator und Animator zu entscheiden.
Jon lässt uns in seinem Vortrag für Spezial Material hinter die Kulissen der
alltäglichen Arbeit eines freiberuflichen Animators und Illustrators blicken. Er stellt
ausgewählte Arbeiten vor. Bewusst verzichtet er auf Arbeiten die er während seines
Studiums oder in der Zeit bei Scholz & Friends kreiert hat. Bei seinen freien
Arbeiten folgt er zwei Grundsätzen: Sie sollen entertainen und es muss einen
roten Faden geben!
Der erste Animationsfilm, den Jon uns vorstellt heißt „Gitta stellt fest“. Er arbeitet
daran in seiner Freizeit, neben der Brotarbeit in der Agentur. In diesem Film wird
die skurrile Gedankenwelt von Jon und sein einzigartiger Humor erkennbar. Er
dekonstruiert aufgebaute Erwartungen des Betrachters, so entstehen weitere
Ebenen in der Geschichte.

Jon zeigt uns noch andere Trickfilme, unter anderem „Fuchs und Tier – Teil 3“. Er
erzählt, dass ihn durch die Arbeit an diesen Filmen die Faszination und Freude an
der Animation erst endgültig packte. Er kann durch sie seine eigenen Bildwelten
und Geschichten kreieren und ausbauen. In dieser Zeit bemerkte er auch, dass es
ihn viel mehr erfüllt an seinen eigenen Projekten und Ideen zu feilen, als Projekte
für andere zu managen. Deshalb kündigte er bei Scholz & Friends und widmete
sich ganz seinen Trickfilmen.

Zuerst plante er Musikvideos mit Animationen zu bebildern, allerdings stellte er
schnell fest, das dieser Markt total übersättigt war. Deshalb tat er sich mit Till
Penzek zusammen – durch Glück und Können schafften sie es, einen Auftrag von
Extra3 an Land zu ziehen. Sie kreisten für das Satiremagazin Animationen. Jons
Humor und Witz kamen bei der Show gut an und die Zusammenarbeit bestand
einige Jahre. Jon bleibt in seiner Arbeit für Extra3 seinem eigenen Stil treu:
Kritisch, mit viel Ironie und stilistisch angelehnt an amerikanische
Schulungsvideos der 50er Jahre. Ein gutes Beispiel ist der Clip „Keine Angst vorm
Atom“, der 2007 ausgestrahlt wird. Auch während der US-Wahlen 2008 fertigten
Jon und Till zahlreiche Animationen für Extra3 an.
Im Vortrag kommt Jon zu seiner Arbeit als Illustrator. Unter anderem hat er
für das Wirtschaftsmagazin BrandEins gearbeitet, für das er das Cover gestaltet
hat. Durch diesen Titel wird er auch als Illustrator gefragter – allerdings stört Jon,
dass die meisten Kunden ihn fortan nur für den Stil des besagten BrandEins
Covers buchen wollen.

„Leider will man nicht immer im gleichen Stil arbeiten!“
Trotzdem nimmt er weiterhin Illustrations Aufträge an, unter anderem auch von
Neon – das Magazin stellte ihn später auch an für das Re-Design der Rubrik
„Meine Stadt“. Seit 10 Jahren ist er nun schon zuständig für die Infografiken der
Kolummne. Natürlich ändert sich über die Jahre der Stil mit. Am Anfang gestaltete
er alles sehr retromäßig, heute ist er viel minimalistischer.

Nachdem Jon uns einen Einblick in seine Arbeit gegeben hat, erzählt er uns auch
noch von eigenen Erfahrungen beim Kommunikationsablauf und Preisverhandlungen
mit Auftraggebern. Er nennt mehrmals den Begriff „Illustratorenhölle“. Damit meint
er den Punkt, an den man kommt, wenn man ein Projekt annimmt, obwohl man
weiß, dass man zu wenig Geld dafür bekommt, vor allem im Bezug auf die Nutzungsrechte. Dadurch bringt man nicht nur sich selber in eine vertrackte Situtation, sondern man mindert auch allgemein die
Gehälter anderer Illustratoren, wenn Kunden merken, dass sie die Dienste auch für
weniger Geld in Anspruch nehmen können. Jon verweist auf die Tarifbestimmungen
der AGD (Alliance of German Designers) – und wie groß oft der Unterschied
zwischen der realen Bezahlung und dem eigentlich beanspruchten Tarif ist. Jon
meint, dass die Tarifverhandlungen oft ein Kampf zwischen Auftraggeber und
Auftragnehmer sind. Deshalb ist es sehr wichtig ein Bewusstsein für den eigenen
Wert zu bekommen und die Preisabsprache dementsprechend professionell zu
handhaben.
Um noch ein bisschen Fröhlichkeit in den Abschluss des Vortrags zu bringen, zeigt
Jon Teile seines aktuellen Projektes einem Animationsfilm namens „Cat days/Neko ni
Hi“. Hierfür kooperiert er mit japanischen Freunden und Bekannten – das Projekt wird 2018
fertiggestellt.
Weitere Infos über Jon auf jonfrickey.com oder auf sfa-zentrale.de