12.06.2019

Ditze-Hörsaal, Finkenau 35, HAW Hamburg

Larissa Bertonasco

macht Buchillustration

Larissa Bertonasco wurde bereits mit ihrer Diplomarbeit bekannt „La nonna, la cucina, la vita“. Sie illustriert für Zeitschriften, verschiedene Verlage, gestaltet Werbeanzeigen und Packaging und zeigt, dass ihr eine Reduktion auf Kochbücher und das Thema Italien nicht gerecht werden. Ihr analoger Stil zeichnet sich durch harmonische Farbwelten, eingebundene Typografie und ausdrucksstarke, feminine Charaktere aus. Als Herausgeberin und Autorin des Magazins und Zeichenkolletivs Spring fördert sie den Austausch zwischen Comiczeichnerinnen, Illustratorinnen und freien Künstlerinnen und reiste für Workshops bereits durch verschiedene Länder.
Seit 2018 arbeitet Larissa im Ladenatelier Fritzen auf St. Pauli, Hamburg.

Die Illustratorin Larissa Bertonasco hat an der HAW in Hamburg studiert. Für Ihre Diplomarbeit ist sie nach Italien gefahren, um ihrer Oma dort beim Kochen über die Schulter schauen zu können. Aus all den Geschichten und Rezepten wollte sie ein Kochbuch zusammentragen und illustrieren. Während des Italienaufenthalts hat sie ein volles Skizzenbuch mit verschiedenen Kollagen und Zeichnungen zusammengestellt. Diese waren so lebendig und frei, dass sie sogleich ihrer damaligen Professorin Anke Feuchtenberger gefielen. Sie riet ihr, dass Kochbuch genau mit diesen Arbeiten aus dem Skizzenbuch zu bestücken und nicht mehr viel an dem Stil zu verändern. Der Erfolg des Kochbuchs gab ihr Recht. Ihr Kochbuch „La nonna La cucina La vita“ ging durch die Decke. Es wurde in die verschiedensten Sprachen übersetzt und es existiert mittlerweile sogar ein Hörbuch davon, was nicht jedes Kochbuch von sich behaupten kann. Das Buch feierte 2015 sein 10jähriges Jubiläum und ist mittlerweile in der 14. Auflage.


Nach diesem grandiosen Erfolg arbeitete Larissa mit dem Koch Carlo Bernasconi zusammen. Dieser ist ein Schweizer Koch, Restaurantbesitzer und Journalist und hat ebenfalls italienische Wurzeln. Zusammen mit ihm brachte Larissa noch drei weitere italienische Kochbücher heraus. „La cucina verde“, „La cucina dolce“ und „La grande cucina vegetariana“. Bei der Illustration von Essen konzentriert sich Larissa vor allem auf die Atmosphäre und das intuitive Gefühl, welches sie bei den Speisen empfindet. Nur ganz selten illustriert sie Teller mit Essen, da dies
meist besser mit Hilfe von Fotos dargestellt werden kann. Sie arbeitet mit vielen Mustern aus gesammeltem Papier und malt dazu analog mit Buntstift und Acryl.


Larissa Bertonasco gehört außerdem zu den Gründerinnen vom SPRING Magazin und dem gleichnamigen Künstlerinnenkollektiv, welches aus einer bunt gemischten Frauengruppe besteht. Sie benutzt SPRING vor allem als kreativen Ausgleich und Freiraum für eigene Experimente.
Im SPRING Magazin sind einige Comicarbeiten von ihr erschienen wie z.B. „Po Power“, ein Comic über die Selbstakzeptanz und über Schönheitsideale, oder „Burnout“, worin sie sich mit einer persönlichen Krise auseinandersetzt. Die Comics sind alle stilistisch sehr abwechslungsreich und zeigen auf interessante Art und Weise die künstlerische Vielfalt von Larissa Bertonasco.
Mit einigen SPRING Mitgliedern war Larissa 2014 Teil eines Workshop Projekts, bei welchem sie mit indischen Künstlerinnen zusammen arbeitete. Auf Augenhöhe trafen sich 16 Frauen (acht deutsche und acht indische Künstlerinnen) in Indien, um 10 Tage miteinander zu arbeiten und sich auszutauschen. Unter dem Überthema „Role Model“ entstanden so unterschiedlich illustrierte Geschichten und Comics. Die Arbeiten sind in dem SPRING Magazin #13 unter dem Titel „The elephant in the room“ erschienen.

Neben zahlreichen Food Illustrationsjobs wird Larissa von unterschiedlichen Magazinen und Zeitschriften natürlich auch für andere Themen gebucht. Ihre aktuellste Arbeit ist ein Buch über Hamburg, welches die Stadt aus vielen interessanten Blickwinkeln zeigt. Larissa Berrtonasco beschäftigt sich darin mit dem Begriff Heimat und vergleicht die Beziehung zu einer Stadt mit einer
Liebesbeziehung. Man durchlebt verschieden Phasen wie Verliebtsein, Langeweile und Entfremdung. Diese Gedanken und die Lust vor Ort zeichnen zu können, haben sie zu diesem Buch inspiriert. Das Buch ist aktuell noch in Arbeit.

Am Ende erzählte sie uns noch von ihrem Ladenatelier Fritzen. Die drei Künstlerinnen Maren Amini, Larissa Bertonasco und Kathrin Fischer haben sich zusammengetan und das Fritzen ins Leben gerufen. Man findet sie in der Wohlwillstraße 20 im Stadtteil St. Pauli. Jeder kann dort vorbeikommen und Bilder, Bücher und andere Schätze erwerben. Ab und zu finden im Fritzen auch Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen und kleine Konzerte statt.